Pressestimmen

 

Die Idee hinter dem Werk »Der ewige Wagner« ist, dass der Meister nicht 1883 in Venedig starb, sondern mit der Geliebten nach New York floh. Dort verdingt er sich als Broadway-Komponist, verhunzt seine Opern als Musicals und hat wechselnde Affären mit immer jüngeren Mädchen.

Gespielt wird im Schwimmbad des Hotels. Das passt zum schlüpfrigen Geschehen. Zu den Requisiten zählt auch einer der roten Gymnastikbälle, denen die Bühnenbildnerin Rosalie zu Ruhm in Designerkreisen verholfen hat. (…)

Im zweiten Akt lässt Rosendorfer seinen ewigen Wagner im »freundschaftlich verbundenen« Posthotel Station machen. Eine Gelegenheit für Andreas Pflaum, als sein eigener Großvater Friedrich Heinrich Pflaum aufzutreten. (…) Regie führt im Posthotel Peter Paul Pachl, und das bereits zum 20. Mal seit 1980. Jeweils zwei Wochen vor der Premiere zieht der Professor für Musikregie mit seinem Ensemble nach Pegnitz, geprobt wird »jenseits von Tarifverträgen, fast rund um die Uhr«.

Anja Haegele, Die Zeit, 23. März 2000
 


 
Wie inszeniert ein famoser Hotelier, ebenso vital wie kreativ, seinen 60. Geburtstag? Wenn er Andreas Pflaum heißt und das Wagnersche Erbe in seinen Räumen liebevoll interpretiert, ist eine Gourmet-Oper ideal.

Herbert Rosendorfer hat für die Nobelherberge »Der ewige Wagner« geschrieben, sogar eine Nebenrolle für den Jubilar (krachledern echt!) war enthalten. Die Pflaum-Ovation als kleine Denkmalkratzerei: Was wäre, wenn Richard Wagner 1883 in Venedig nicht das Leben ausgehaucht hätte, sondern samt Geliebter nach Amerika durchgebrannt wäre? Der Untote wäre am Broadway zum Musical-Komponisten mutiert, aus dem »Fliegenden Holländer« wäre »The Happy Captain« geworden. Ein hübscher Spuk, der Hardcore-Wagnerianer kitzelt. (…)

Am Swimmingpool lauschte das Publikum dem Gesang des PPP-Musiktheater-Ensembles aus München (Leitung: Peter Paul Pachl): junge, entwicklungsfähige Stimmen, die später noch Kleinkunst zum Besten gaben: Von Richard Wagners »Hymne an die Feuerwehr« bis zum »Trinkgeld-Lied« und dem Gedicht über die Gänseleberpastete.

Manfred Otzelberger, Nordbayerischer Kurier, 11./12. März 2000
 


 
Un hôtel où les chanteurs aiment à faire halte, le voici lui-même transformé en théâtre, en scene dopéra, pour la troupe de Peter P. Pachl (et lobsédant retour des trois P); et la cuisine y a été associée dès le départ, e était en 1980 déjà, où ces représentations et dîners couplés furent entamés par August Everding. Sous le nom de Gourmet-Oper.

Lautre soir, au bord de la piscine, on se trouvait transporté sur le canalazzo, cette grand-rue de Venise, là ou Richard Wagner a passé les derniers mois de sa vie dans le palais Vendramin, aujourdhui siège hivernal du casino municipal. Wagner y est mort le 13 février 1883, on le sait, cest du moins ce dont on était sûr jusquà maintenant. Wagner et le pastiche, la parodie, ça existe, cest ancien; les blancs dune biographie aussi, où limagination peut se glisser; Herbert Rosendorfer, lui, a carrément immortalisé (pour de vrai) notre homme, Saxon ressuscité, mythe redevenu chair, pour une véritable métamorphose, en attendant quel salut.

Wagner nest pas mort à Venise, il a fui avec Carrie Pringle, fille fleur de »Parsifal« dont il était tombé amoureux. Cosima nous a trompés, le cercueil était vide, alourdi des oeuvres complètes de Nietzsche. Wagner, lui, est passé à New York, cette tentation avait existé depuis longtemps. En juillet 1927, le voici à Pegnitz, dans cette auberge franconienne bien plus ancienne que le festival. Une nouvelle fuite, aux dépens de Carrie Pringle, à chacune son tour. Et de nouveau, cest New York, où il réapparaît pour la création dune version »moderne« du Hollandais, cest lui le compositeur de »The Happy Captain«, et lâge ny faisant rien, il se remet de suite à badiner avec lamour et Lady Liberty.

On voit que cela ne manque pas de fantaisie, la représentation était pleine d'entrain. Aux sons et aux citations de telles œuvres de Wagner lui-même, de telles petites compositions inédites du maître, mais le pillage sympathique fut général, de Gluck à Bernstein. Les traits desprit, les clins doeil complices, la fougue des chanteurs, tout cela neut dégal que la saveur et la délicatesse des mets. De quoi vous amener au seuil fatidique: »die Frist war um«, les coups sonnèrent, les gerbes du feu dartifice fusèrent.

Lucien Kayser, DLetzebuerger Land, 21. Januar 2000
 


 
Wie Hotelier Andreas Pflaum, der seinen Großvater Heinrich Friedrich Pflaum im Jahr 1927 spielte, wurden auch die Gäste zu Spielpartnern dieses Ensembles. »Bei uns ging vielleicht nicht das schönste, aber bestimmt das glücklichste Millenniumsfest über die Bühne«, freute sich Andreas Pflaum über den Ablauf der neuesten Gourmet-Oper.

Nordbayerische Nachrichten, 3. Januar 2000
 


 
Mit Musik von — natürlich — Wagner, Weber, Verdi, Bizet, Offenbach, Strauß und anderen Komponisten wurde die Handlung unterfüttert (…) Unter den Originalkompositionen Wagners auch ein Lied, das Kraft-Lied, das zum »Pflaum-Lied« umgetextet wurde, den Hotelier in den Mittelpunkt stellte und hochleben ließ. Andreas Pflaum selbst hatte auch einen Gastauftritt: Als sein eigener Großvater Friedrich Heinrich Pflaum.

Akteure, die, als Köche verkleidet, im Wasser des Pools rühren, undefinierbare Laute, die in den Text eingestreut waren (»ö — ö«), und ein Mix aus klassischer und moderner Musik — die Umsetzung dieses Stoffes schien ungewöhnlich, modern, fantastisch.

Rosendorfer hatte die Vorgabe, etwas über Richard Wagner in New York zu schreiben. Und die Intention des Stückes? Rosendorfer gibt die Antwort selbst: »Es sollte ganz einfach ein Millenniumsjux werden«, und außerdem wüsste man ja wirklich nicht, warum der Holländer Senta verlässt, fügt er als Begründung des Themas dieses Stückes an. Die Umsetzung seines Werkes durch Peter P. Pachl kommentiert Rosendorfer ebenfalls: »Der Regisseur hat einiges umgestellt …«

Ulrike Sommerer, Nordbayerischer Kurier, 3. Januar 2000

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