Musiktheater, Kunst und Kulinaristik in Hagen Bereits zum vierten Mal heißt es in Hagen »Hic et nunc«: Als Benefiz-Veranstaltung zu Gunsten der Waisenheime in Haskovo (Bulgarien) veranstaltet die Künstlergilde Hagen-Ring, in Zusammenarbeit
mit dem pianopianissimo-musiktheater München und der Ludwig Thuille-Gesellschaft, ein ungewöhnliches Kunst- und Musik-Ereignis.
Als Ludwig Thuille die Oper »Gugeline« im
Jahre 1999 am Theater Hagen ihre gefeierte Wiederaufführung erlebte, wurden auch die Verbindungen dieses Komponisten zu Hagen und zu Emil Rudolf Weiß (Osthaus-Museum, Bahnhofshalle) neu ins Bewusstsein der Kunstfreunde gerückt. Seither standen in Hagen wiederholt Kompositionen des lange Zeit vergessenen Jugendfreunds von Richard Strauss auf dem Programm.
Ludwig Thuille, dessen 100. Todestag in diesem Jahr begangen wird, komponierte
auch für die im Fin de Siécle hypermoderne Form des »Überbrettl«, jenes musikalisch-literarische Kabarett, das in besonderem Maße die bildenden Künste integrierte.
Am Samstag, dem 20. Oktober, beginnt um 18:30 Uhr ein Wettstreit der besonderen Art zwischen Leinwand, Bühne, Keller und Küche. Die Maler Karl-F. Fritzsche und Uwe Will setzen ihre Impressionen des Abends live ins Bild, und auch auf der Bühne steht eine große Leinwand als Aktionsraum für das Spiel
der singenden und tanzenden Akteure.
Unter dem kabarettistischen Titel »Urschlamm-Idyll, Theuerdank und Tanzhexe« führt das von Peter P. Pachl (dem früheren Hagener Chefdramaturgen und Stellvertreter von Peter Pietzsch) geleitete pianopianissimo-musiktheater mit vier Sängern, einer Tänzerin und einem Live-Bühnenbildner, am Klavier begleitet von Jori Schulze-Reimpell,
die Gäste auf eine vergnüglich-abenteuerliche Reise zum Glück jenseits unserer Zeit: Mit einem Ichtyosaurus vor rund zweihundert Millionen Jahren beginnt es in einem Urschlamm, der durch die Liebe zum Idyll wird, und einige hunderttausend Jahre später, in der Goldenen Zeit, bewegt sich dann ein anderes Urtier durch die teutschen Lande: Kaiser Maximilian der Erste, der lieber ein Minnesänger gewesen wäre als ein Herrscher, trifft schließlich auf die Tanzhexe des frühen 20. Jahrhunderts (in der
originellen Kunstform des Tanzmelodrams).
In den Pausen, sowie vor dem – bei »Hic et nunc« obligatorischen – Zugaben-Teil kreiert Familie Milius den Gästen ein auf das Thema des Abends abgestimmtes, exquisites Menü. Anschließend versteigert der bewährte »Hic et nunc«-Moderator Karl
Josef Steden die künstlerischen Produkte des Abends zugunsten der bulgarischen Waisenheime. |