»Father, have you cursed me ?«

 

Monodram zu Siegfried Wagners 135. Geburtstag (2004) und 75. Todestag (2005)

»The Siegfried Wagner Story« – Einladung zur Uraufführung, Philadelphia Live Arts Festival 2004

Einladung zur Uraufführung
Philadelphia Live Arts Festival 2004

Siegfried Wagner, der 1869 in Tribschen bei Luzern geborene einzige Sohn Richard Wagners und Enkel von Franz Liszt, war — im Gegensatz zu vielen anderen Mitgliedern der Wagner-Familie — ein Humanist und Kosmopolit. Mit seinen Werken setzte er sich für ein Leben ohne Dogma, Militarismus und Doktrinen, für das Verständnis von Andersartigen und Fremden und für das Miteinander und die Durchdringung von Religionen. Der Schwulenjäger Maximilian Harden bezeichnete ihn als »Heiland aus andersfarbiger Kiste«.
 
 

Siegfried? Richard? Helferich?
Spielen Sie mit dem Schieberegler!

Die Sopranistin Rebecca Broberg spielt Siegfried Wagner im Spiegel dominanter Frauen, seiner Mutter Cosima, der älteren Schwestern, der Ehefrau und der Krankenschwester am Totenbett — und sie schlüpft in seine Rollen der verführten Kindfrauen, der schuldig-schuldlosen Heldinnen und der lasziven Verführerinnen. Szenisch mit Mitteln der »Minimal Art« erzählt, kommen Klavierlieder und Ausschnitte aus den Opern Siegfried Wagners zu Gehör, die in den USA noch nie erklungen sind.

Unter dem Titel »Father, have you cursed me?« (»Vater, du verfluchst mich?«, einem Zitat aus Siegfried Wagners op. 8, »Sonnenflammen«) wurde das Monodram am 15. und 16. September 2004 im Rahmen des Philadelphia Live Arts Festival (ur–) aufgeführt.

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