Pressestimmen

 

Kann man die aufwändigtse Musiktheaterproduktion aller Zeiten mit 2.000 Mitwirkenden auf ein kammermusikalisches Niveau herunterbrechen? Man kann, wenn man so kreativ an die Originalvorlage von Max Reinhardts »Das Mirakel« herangeht, wie es Peter P. Pachls pianopianissimo musiktheater in Pflaums Posthotel Pegnitz demonstrierte: Er kommt mit ganzen fünf Akteuren aus und bezieht das Publikum (…) mit ein (…) ein Abend in bester Gourmet-Operntradition, die im Pegnitzer Luxushotel seit langem gepflegt wird.

(…) Rebecca Broberg nimmt man die abenteuerlustige Nonne Megildis ab, die Amerikanerin aus Nürnberg strahlt viel Sinnlichkeit aus und verfügt über ein ausdrucksstarkes Timbre. Bettina Birenheide mimte die Madonna so, dass kein Christ in Ohnmacht fällt. Der wahre Star des Abends aber war Andrew Weale, der vom Spielmann bis zur Äbtissin zehn Rollen zweisprachig interpretierte. Die englische Dampfmaschine hat die Substanz dazu.

Manfred Otzelberger, Ring Nordbayerischer Tageszeitungen, 3. Januar 2004
 



Das pianopianissimo musiktheater Prof. Peter P. Pachls hat Humperdincks Mammutwerk »Das Mirakel« auf die überschaubare Anzahl von 5 Mitwirkenden heruntergebrochen, an dessen Londoner Uraufführung 1911 rund 2.000 Personen beteiligt waren. (…) Andrew Weale, der als Tausendsassa und Universalvertreter all dessen, was gerade fehlen könnte, wie ein überladener Akku über die Bühne flitzt. Bravourös die Stelle, wo er in der Begegnung des Raubgrafen mit seinem Sohn beide Rollen übernimmt und also bei deren Streitigkeit um den Besitz der Megildis Mörder und Gemordeten gleichzeitig zu spielen hat.

(…) neben köstlichen Klavierliedern Engelbert Humperdincks — darunter auch einigen unveröffentlichten und bislang noch nicht eingespielten — auch (…) Perlen wie das »Lied vom Glück«, das »Wiegenlied«, »Weihnachten« oder die »Klage«, deren Einspielung sich hoffentlich bald ein engagiertes CD-Label annehmen möge. Wenn dann noch die Kinder der Chorakademie des Dortmunder Konzerthauses stumm eingeschlichen ihre Stimme erheben und die wundersame Errettung der abtrünnigen Nonne unter Rosenblätterregen in deren himmlische Stärkung übergeht, an der finalement sogar das ganze Publikum teilhat, dann merkt man spätestens, dass die Zeit des sog. Advent angebrochen ist, und man raisonniert, wie eine Mirakelregie für den Hochsommer aussehen könnte.

Im Sommer aber wird es zumindest in Dortmund nicht zu sehen sein, so dass wir nur empfehlen können, sich schnell zu beeilen, ehe die reisende Theatertruppe weiterzieht (Termine)!

Die Sängerinnen unterscheiden sich charakterlich sehr weitgehend und treffen damit auf je eigene Weise einen Ausdruck, der ihrem Rollenverständnis ideal entspricht. Bettina Birenheide als einzige neue Sängerin verkörperte die Madonna mit hellem, klaren Sopran von wunderschönen piano, der leider zu wenig Gelegenheit hatte, zur Geltung zu kommen, derweil Rebecca Broberg als Megildis die Doppelaufgabe von Tanz und Gesang zu absolvieren hatte und dabei mit betont natürlicher Stimme für sich einnahm, indem sie deren ausgebildeten Tonfall zugunsten einer warmen Klangnaivität gekonnt zurückfuhr und solcherart ein ausdrucksstarkes Timbre erzielte, das mit ihrer auch ansonsten beneidenswerten Körperbeherrschung ideal korrespondierte.

Ralf Jochen Ehresmann, Online Musik Magazin, Dezember 2003
 



Als Zauber-Spektakel hat »Das Mirakel« zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Massen begeistert. Ähnlich wie bei den heutigen Musical-Events muss man sich die Begeisterung Tausender bei den Aufführungen des Musiktheaters von Librettist Karl Vollmoeller und Komponist Engelbert Humperdinck vorstellen.

Der Münchener Regisseur Peter P. Pachl hat aus dem Erfolgsstück ein Kammerspiel gemacht (…) Man bekam eine Ahnung davon, wie wirkungsvoll sich der Aufmarsch von 300 Nonnen oder einer Jägerhundertschaft auf den Bühnen früher ausgemacht haben und was an Zaubereffekten möglich gewesen ist in einer großen Produktion. In Pachls Inszenierung der Geschichte, die auf der Legende der Jungfrau Maria basiert, die einer abtrünnigne Nonne die Freiheit gewährt und bis zu deren Rückkehr ihre Verpflichtungen im Kloster erfüllt, zieht sich ein Sänger-Trio vom pianopianissimo musiktheater München in eine kleine, sparsame Kulisse zurück.

Julia Gaß, Ruhrnachrichten, 24. November 2003
 


 
(…) In der Schauburg hatte am Freitag eine »Sparversion« dieses Monumentalschinkens Premiere. Es ist keine schlechte Idee von Regisseur Peter P. Pachl, die für heutige Verhältnisse doch etwas abwegige Geschichte zu brechen. Zum Beispiel dadurch, dass Max Reinhardt (Andrew Weale) selbst auf die Bühne tritt und den Zuschauern die Handlung erklärt (…) Gleichzeitig verkörpert der Schauspieler auch noch die Äbtissin, den Spielmann, einen alten König und seinen Sohn, einen Raubritter: in diese Personen verwandelt er sich mit wenigen Handgriffen vor den Augen der Zuschauer.

Wie eine Parodie wirkte auch die Musik (…) und auch die Akteure sollten wohl persiflieren: Rebecca Broberg als Nonne Megildis und Bettina Birenheide als Madonna agierten überzogen theatralisch.

Martina Lode-Gerke, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 24. November 2003
 


 
Einen Sprung zurück ins Jahr 1913 wagt die Dortmunder Schauburg. Das Kino hat einen Saal umgebaut und zeigt jetzt zusätzlich zum Filmprogramm auch Musiktheater — so wie vor 90 Jahren (…). Auf der neuen Bühne hatte am Freitag das Singspiel »Das Mirakel« Premiere, das Anfang des 20. Jahrhunderts zum Kultstück wurde. (…) In der Schauburg erlebten die Zuschauer eine Adaption für die kleinste Dortmunder Musiktheaterbühne. Nur drei Schauspieler, zwei Musiker und ein Kinderchor erzählten die Geschichte der abtrünnigen Nonne Megildis.

Das Publikum erlebte den Leidensweg der schönen Schwester (Rebecca Broberg) dargestellt durch Pantomime, kombiniert mit Gesang und Musik von Engelbert Humperdinck (»Hänsel und Gretel«). Der Autor und ursprüngliche Regisseur des »Mirakels« Max Reinhardt (Andrew Weale) führte durch das Stück. Er erzählte dem Publikum (…), wie er sich die Inszenierung seines »Spectaculums« vorstelle, und schlüpfte dafür in die Rollen der wichtigsten Figuren. Dabei bezog er auch die Zuschauer mit ein: sie durften singen, jubeln oder mit Megildis durch die Stuhlreihen tanzen. Einige ermunterte er begeistert, zu den Proben zu kommen. (…) Zum Finale des Stücks sang der Kinderchor der Chorakademie, der eigens in die Dortmunder Inszenierung eingebaut wurde, weihnachtliche Lieder.

Das Stück ist ein Gemeinschaftsprojekt der Schauburg, der »Chorakademie am Konzerthaus Dortmund« und des pianopianissimo musiktheaters aus München.

sol, Westfälische Rundschau, 24. November 2003
 


 
(…) Ab Samstag geschieht ein Wunder in der Schauburg. Im Rahmen seines neuen Konzepts bringt das Kino in der Brückstraße die erste szenische Inszenierung auf die Bühne: »Das Mirakel«. Dieser überwältigende Welterfolg ist damit zum ersten Mal seit 1927 wieder in Dortmund zu sehen. Welterfolg? In der Tat. Allerdings ist »Das Mirakel« nach dem zweiten Weltkrieg in der Versenkung verschwunden, niemand traute sich an die Inszenierung. (…) Das pianopianissimo musiktheater setzt das monumentale Stück verblüffend um: kammermusikalisch. Mit nur drei Darstellern und zwei Musikern. Regisseur Peter P. Pachl: »Wir spielen das Stück, das zwischen heilig und lasziv pendelt, als Theater zum Anfassen.«

t.b., Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 19. November 2003
 


 
In den 20er Jahren füllte »Das Mirakel« die Westfalenhalle — ab Freitag kommt das Musiktheater in die Schauburg. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts war die Aufführung des »Mirakels« mit riesigen Chören, Ballettgruppen und Laienschauspielern das meistgespielte Stück der Welt. (…) Tag für Tag strömten 10.000 Besucher in die größten Spielhäuser der Welt. Ein kleines Stück vom Besucherstrom möchte sich in der Vorweihnachtszeit die Schauburg an der Brückstraße abschneiden, wie Regisseur Peter Pachl ankündigt. (…) »Das Mirakel« war auch einer der ersten Filmstoffe, der 1912 gleich zweimal auf der Leinwand umgesetzt wurde. Bislang galten Kopien dieser Stummfilme als verschollen. Jetzt konnte die Schauburg eine französische Kopie auftreiben und mit Musik unterlegen.

Westfälische Rundschau, 19. November 2003
 


 
Jetzt kommt das Wunder von Humperdinck (…) in die Schauburg (…) Am Freitag feiert die Inszenierung von Peter Pachl mit dem pianopianissimo musiktheater München Premiere, danach gibt es elf weitere Vorstellungen an den folgenden Wochenenden. Zu den Mitwirkenden gehört auch ein Kinderchor der Chorakademie am Konzerthaus.

Als Kammerspiel hat Pachl das Massenkultstück inszeniert. (…) Der Schlussakt spielt Weihnachten — deshalb fand die Uraufführung auch am 23. Dezember [1911, in London] statt. Rebecca Broberg und Bettina Birenheide singen und spielen die solistischen Rollen der Megildis und der Madonna. Andrew Weale wirbelt als besessener Theatermagier über die Bühne und schlüpft in die Rollen des Spielmanns, Ritters, Raubgrafen, Königssohns und der gestrengen Äbtissin. Zwei Musiker begleiten an Klavier und Violine bzw. Schlaginstrumenten das pantomimische Zauberspiel.

JG, Ruhrnachrichten, 19. November 2003
 


 
Von den Märchen wollte Engelbert Humperdinck auch neben seinen Hauptwerken nicht lassen, ihn drängte es zu weiteren Wundermusiken. Ins heutige Repertoire fanden weder die 1902 in Frankfurt uraufgeführte Schauspielmusik »Dornröschen« für das Stück von Elisabeth Ebeling-Filhès, noch die 1932 zuletzt gespielte Pantomime »Das Mirakel« (London 1911, vor 11.000 Zuschauern!). Grund dafür sind neben den stark dem Zeitgeschmack verhafteten Texten die Anforderungen der beiden großformatigen Stücke zwischen Musik-, Sprech- und Tanztheater. In Pocket-Fassungen stellten das Musikfestival Immling im Congresscentrum Rosenheim und das trouvaillenverliebte PPP-Musiktheater-Ensemble in Pflaums Posthotel Pegnitz bei Bayreuth die Schwellenwerke vor. Der aus Sequenzen immer wieder in liedhaft-polyphone Perioden mündende Orchestersatz Humperdincks und dessen melodischer Reichtum vermittelten sich auch in den Arrangements für wenige Musiker. Szenisch unterschieden sich die Produktionen grundsätzlich. In Rosenheim war's ein traditionelles Märchen, in Pegnitz der Werkstattbericht über ein Mystical. (…)

Karl Vollmoellers Pantomime »Das Mirakel« war einer der größten Erfolge des Regisseurs Max Reinhardt — in mehreren Masseninszenierungen mit bis zu 3.000 Beschäftigten. Die Legende von der klosterflüchtigen Nonne Megildis, deren Dienst bis zu ihrer reuevollen Rückkehr die Muttergottes verrichtet, vollendet sich in einem symbolistisch-expressionistischen Theaterspektakel — der Stummfilm von 1912 ist verschollen. Humperdinck fügte umfangreiche Orchesterstücke, Nonnengesänge und Weihnachtslieder zur Läuterung der lebenshungrigen Nonne bei. Ihr Säugling erstarrt in einer Weihnacht als Jesuskind im Arm der steinernen Madonnenstatue. Doch davor drängt es Megildis hinaus in die Welt, ein bizarr-dämonischer Spielmann begleitet ihren Lebensweg: Megildis wird mehrfach entführt, verführt, vergewaltigt, beinahe hingerichtet.

Peter P. Pachl ließ die üppigen Emotionen von Rebecca Broberg (Megildis) und Bettina Birenheide (Madonna) mit genau gesetzten, großen Gesten ausspielen — in seiner Einrichtung reflektiert er das Werk und auch die Entstehung der Aufführung. Andrew Weale wirbelt als besessener Theatermagier über die als Spielfläche genutzte Tafel und schlüpft in die Rollen des Spielmanns, des Ritters, des Raubgrafen, des Königssohnes, sogar der gestrenqen Äbtissin. An einzelne Zuschauer delegiert er Detailaktionen. Genußvoll zelebriert er des Autoren Vollmoeller arabeskenreiche und schwungvoll- schwülstige Regieanmerkungen. Das entsprach der beabsichtigten Größe des Geschehens bei Max Reinhardt und hatte doch Distanz zum sentimentalen Sujet. Die in Günter Langs Arrangement für Klavier, Orgel und Violine vorgestellte Pantomime wurde mit einigen Liedern Humperdincks ergänzt. Die »Mirakel«-Produktion bringt das Mysterium als sehr ernsten Scherz auf der Punkt. Humperdincks sich naiv gebärdende Klosterlyrik wurde dabei nahezu kabarettistisch genutzt.

Roman Fryscheisen, Opernwelt, März 2003
 


 
Mit Richard Wagner als Discjockey, Andreas Pflaum als Kreativ-Kopf, Peter Paul Pachl als Regisseur und Michael Siebentritt als Sommelier gingen die Gäste des »Posthotels« aufs Nobelste ins neue Jahr. Sie erlebten die Gourmet-Oper »Mirakel« von Engelbert Humperdinck. (…)

Der Komponist, 1854 in Siegburg geboren und 1921 bei Berlin gestorben, ist bekannt durch seine Märchenoper »Hänsel und Gretel«. Sie ist aber auch die einzige Arbeit, die heute noch Ruhm hat. (…) Kaum einer weiß noch, dass er mit seiner Musik zu »Mirakel« 1911 in London einen unglaublichen Erfolg hatte, gestützt auf Max Reinhardt. Es setzte ein Siegeszug sondergleichen durch Europa und Amerika ein. Reinhardt klotzte hierbei mit Menschen und Material.

Bei Humperdinck, der mit seinem gepflegten Kaiser-Wilhelm-Bart eine selbstbewusste, aber auch feinfühlig-verträumte Erscheinung war, konnte Pachl trotzdem verkleinern. Mit einer Mini-Besetzung zog er den Kern zusammen. »Standing-Ovations« waren der Lohn. (…) Andreas Pflaum war am Ende hoch zufrieden: er hatte mehr Besucher als erwartet und setzt bei der Wiederholung am Montag, 6. Januar, auf große Resonanz.

tk, Nürnberger Nachrichten, 2. Januar 2003
 


 
»Weihnachten ist für mich schon heute gewesen«, so die Reaktion von Peter Zorn nach der Aufführung des mystischen Spektakels »Mirakel« nach Engelbert Humperdinck. Zusammen mit 30 weiteren Gästen erlebte er in Pflaums Posthotel Pegnitz die Vorpremiere der traditionell für den Jahreswechsel geplanten Premiere (…), die Inszenierung eines Stückes, für welches an sich mehrere hundert Darsteller benötigt werden. Professor P. P. Pachl, Regisseur des pianopianissimo musiktheaters aus München, versuchte es mit gerade mal drei Hauptakteuren, welche mit wenigen Kostümausstattungen gekonnt in mehrere Rollen schlüpften. So mimte beispielsweise Andrew Weale, in London in Gesang ausgebildet, zugleich die Äbtissin, den Spielmann, den Ritter, den alten König, und unter anderem auch den Erzähler. Vorgetragen wurde der Text in Englisch und Deutsch, damit sollte die Internationalität des Publikums gewürdigt werden, aber auch die Spannung gesteigert und die Semantik erweitert (…)

Doch nicht nur Weale musste beständig in neue Charaktere schlüpfen: Auch das Publikum wurde in die Szenen mit einbezogen, sei es als König, Ritter oder tanzendes Paar. Immer nah am Zuschauer, darauf war schon die Gestaltung der Bühne abgestimmt (…)

Im letzten Akt, als Handlung und Musik sich dem Weihnachtsabend näherten, verschwammen hier die Grenzen zwischen Opernbühne und Restaurant vollends: Gefüllte Orangen, welche zuvor Teil der Szene waren, wurden in anmutiger Geste den Gästen von der Nonne (…) gereicht.

spa, Nordbayerischer Kurier, 8. Oktober 2002
 


 
Faszinierend die Präsentation des Stücks auf einem Riesentisch, an dem die Gäste sitzen. Hautnah fühlbar die Emotionen der Schauspieler. Witzig ist auch die Einbindung des Publikums in manchen Szenen. (…)

Rebecca Broberg durchlebte und durchlitt als Megildis, die Nonne, das Stück. Die ergreifende Madonna stellte Karina Schoenbeck dar. Andrew Weale übernahm alle männlichen Rollen — ob Spielmann, Ritter, Raubgraf, Königsohn, alter König oder Tod. Er zeigte eine überzeugende Mimik, war sprachgewaltig und kam mit geringem Kostümierungsaufwand aus.

be, Nordbayerische Nachrichten, 7. Oktober 2002 

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