»Der Kobold« in Fürth

 

Zur ersten Wiederaufführung von op. 3 seit 1939

Siegfried Wagners op. 3, »Der Kobold«, in der Spielzeit 2005/06 am Stadttheather Fürth – pianopianissimo musiktheater
Verena ist eine junge Frau, die von Alpträumen heimgesucht und von Stimmen gequält wird. Sie bekommt vom alten Ekhart zum Geburtstag einen Zauberstein geschenkt. Er mahnt sie, den Stein nicht zu verlieren und ihn vor dem Neid anderer zu schützen. Aber entgegen der Mahnung Ekharts brüstet sie sich mit dieser Kostbarkeit und bringt so folgenschwere Ereignisse in Gang. Durch ihr Schicksal schwer belastet, verstrickt sie sich zusehends in Schuld, kann aber ihrer ausweglosen Situation doch etwas Positives abgewinnen.

Siegfried Wagner (1869 — 1930), der einzige Sohn Richard Wagners und Enkel Franz Liszts, studierte u. a. Komposition bei Engelbert Humperdinck, bevor er als Dirigent, Regisseur und schließlich ab 1908 als Leiter der Bayreuther Festspiele große Erfolge feierte. Auch für seine Opernkompositionen erhielt er, u. a. von Richard Strauss, großes Lob und Anerkennung.

Die 1904 im Hamburger Stadttheater uraufgeführte Oper »Der Kobold« wurde zwischen 1904 und 1934 u. a. in Breslau, Köln, Graz, Karlsruhe, Prag, Berlin, Kassel, Darmstadt, Coburg und Bayreuth gespielt und szenisch letztmals im Jahre 1939 an der Berliner Staatsoper zur Aufführung gebracht.

Das Stadttheater Fürth nimmt den 75. Todestag des bayerischen Komponisten zum Anlass, die spätromantische »Lieblingsoper« Siegfried Wagners neu zu inszenieren. Ihre ernsten Themen, die Weitergabe des schuldbelasteten Erbes einer Generation an die nächste und der Kindesmissbrauch, sind vor dem Hintergrund neuester psychoanalytischer Erkenntnisse aktuell und zeitlos zugleich.


Felix Eckerle

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