Pressestimmen

 

Das Ganze formierte sich dann zu einem begeisternden Gesamtkunstwerk. Die musikalische Leitung lag in den Händen des Dirigenten Hiroshi Kodama, er behielt den Überblick über dieses gewaltige Ensemble und führte die Bergischen Symphoniker zu einer großartigen Leistung. Die Kammersängerinnen Dagmar Schellenberger und Mechthild Georg führten die erstklassigen Solisten an. Der strahlkräftige Tenor Thorsten Scharnke sang den neu zu bestimmenden Heidenkönig. Karl Schneider, Volker Horn, André Wenhold und Adam Kruzel sollen hier, stellvertretend für ihre gleichwertigen Kollegen, noch besondere Erwähnung finden.

Der polnische Kammerchor aus Danzig hatte großen Anteil am Erfolg der Aufführung. Solingen hat hier Vorreiter-Rolle gespielt, die Opern von Siegfried Wagner verdienen eine Wiederentdeckung, auch in szenischer Aufführung.

Wolfgang Günther, Solinger Morgenpost, 26. Oktober 2004
 



Gesungen wird auf hohem Niveau: Thorsten Scharnke mit voluminösem Heldentenor (dem allerdings die Delikatesse in den piani fehlt), Dagmar Schellenberger mit bisweilen angestrengtem leuchtenden dramatischen Sopran und Adam Kruzel mit durchsetzungsfähigem Bariton; dazu engagierte Repräsentanten der übrigen zwölf Rollen. Die Solisten des pianopianissimo musiktheaters München und der im Verlaufe des Abends immer sicherer werdende Polski Chor Kameralny bieten große Musik.

Franz R. Stuke, Opernnetz, Oktober 2004
 


 
Dagmar Schellenberger und Thorsten Scharnke waren Interpreten, die Stimmglanz und dramatische Überzeugungskraft vereinten. Mechthild Georg mit pastosem Alt und Andreas Heichlinger mit wohlklingendem Bass wirkten als Priester des alten Kultes. Gegenspieler Radomars ist Waidewut, der selbst König werden will. Der vorzügliche Charaktertenor Volker Horn wusste alle Facetten dieser kompexen Gestalt zu vermitteln. Seine intrigante Schwester Gelwa gestaltete Rebecca Broberg mit üppigem Sopran. Eine wichtige Rolle fällt dem Mönch zu, der auch die versöhnlichen Schlussworte singt; ihn bot überzeugend Karl Schneider. Mit prächtigem Bariton, der in seiner großen Verführungsszene besonders zur Geltung kam, sang Adam Kruzel den polnischen Heerführer Jaroslaw.

Die jungen Sänger in den kleineren Rollen schlugen sich hervorragend und ein großes Lob gilt dem brillanten polnischen Kameralny-Chor. Brillant spielten auch die Bergischen Symphoniker unter Hiroshi Kodama. Am Ende gab es Rosen und Bravos über Bravos!

Remscheider Generalanzeiger, 26. Oktober 2004
 


 
Wohl geachtet ist Siegfried Wagners Werk dagegen bei Peter Paul Pachl. Als Regisseur und Organisator setzt er sich, zusammen mit der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft, seit etlichen Jahren unermüdlich für die Wiederbelebung dieses Lebenswerkes ein. Mit etlichen Sponsoren, dem Westdeutschen Rundfunk und einer Tonträgerfirma realisierten sie jetzt auch die jüngste Siegfried-Wagner-Trouvaille

In dem großen Vokalsolisten-Aufgebot waren zwei hochdramatische Sopranstimmen dominant: Dagmar Schellenberger (mutig im Aufschwung, aber nicht ganz mühelos) als Ellida, Rebecca Broberg als etwas wärmer timbrierte Gelwa (eine mildere Ortrud-Wiedergängerin). Unter den Männern vorzüglich der Jaroslaw von Adam Kruzel (musikalisch smetana-nah charakterisiert) und der Radomar von Thorsten Scharnke (in seiner inneren Zerissenheit wohl insbesondere Identifikationsfigur für Siegfried Wagner).

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau, 28. Oktober 2004

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